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Archiviert Historisch · schreibgeschützt
Crevillente

Crevillent: Höhlenviertel, Wasserkanäle und Teppichland

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Crevillent steht dort, wo die südliche Alicante-Ebene auf die schroffen, trockenen Falten der Sierra trifft. Die Oberstadt folgt Schluchten am Vorgebirge; Häuser verschwinden in deren Flanken. Die enge Beziehung von Siedlung, knappem Wasser und Bergmaterialien liegt auch hinter dem Handwerk, das Crevillent zu Spaniens Teppichstadt machte.

Eine Siedlung unter der Sierra

Menschen bewohnten die Landschaft lange vor der heutigen Stadt. Penya Negra hoch in der Sierra war eine große spätbronze- und früheisenzeitliche Siedlung, die Archäologen mit dem antiken Herna verbinden. Iberische, römische und islamische Orte zeigen die dauernde Nutzung von Routen und Ressourcen zwischen Vinalopó-Ebene und Bergen.

Die mittelalterliche Stadt entwickelte sich unter islamischer Herrschaft. Ihre steilen alten Straßen wuchsen auf stets wasserarmem Boden. Diese Grenze zeigt sich in den erhaltenen Wasserbauten aus der Sierra.

Els Pontets und verborgenes Wasser

Stollen und Kanäle sammelten Grundwasser und führten es zu Feldern und Stadt. Bei Els Pontets nahe dem üblichen Ausgangspunkt für Bergtouren trugen zwei Bogenebenen Kanäle über eine kleine Schlucht. Das untere Mauerwerk gehört zum andalusischen System, die obere Quaderstufe zu einer Erneuerung des 18. Jahrhunderts.

Das waren praktische Bauten der Halbwüste, keine Zieraquädukte. Ihre Wege verbinden Quellen, Terrassen und Orte der Esparto- und Hanfverarbeitung. Trockensteinhütten erzählen einen weiteren Teil der Arbeitslandschaft: erst für Steinbruch, Landwirtschaft und Hirten, später bekannte Wegmarken.

Die Höhlenviertel

Höhlenwohnungen sind in weicheren Boden der Schluchten um die Oberstadt gegraben. Fassaden, Türen und Anbauten liegen außen, Räume reichen in den Hang, dessen Erde Sommerhitze und Winterkälte mildert. Aus dem Boden ragende Kamine und Oberlichter verraten von oben fast unsichtbare Räume.

Es sind bewohnte Orte, keine konservierte Kulisse. Umbau, Sicherheit und Zugang gehören zur Nachbarschaft; Besucher sollten Gassen als Wohnstraßen behandeln. Die Höhlen ergeben ein ganz anderes Stadtbild als die weiß getünchten Handwerkshöhlen von Rojales.

Von Esparto zu Teppichen

Jahrhundertelang verarbeiteten Einheimische Esparto, Binsen und andere Trockenlandfasern zu Matten, Seilen und Hausrat. Handwebstühle machten daraus Textilfertigung. Mechanisierung beschleunigte früh im 20. Jahrhundert; Crevillent wurde Spaniens Teppichzentrum mit Fabriken und Fachfirmen weit über die Comarca hinaus.

Materialien, Maschinen und Weltmarkt veränderten die Industrie, doch sie bleibt Stadtidentität statt verschwundenes Handwerk. Städtische Museen bewahren Webstühle, Firmenarchive und Produkte; örtliche Hersteller führen die Handelsgeschichte fort.

Die Landschaft lesen

  • Obere Höhlenviertel langsam und respektvoll als bewohnte Nachbarschaften erkunden.
  • Els Pontets ist ein guter Zugang zur Sierra, aber markierte Wege variieren in Ausgesetztheit und Schwierigkeit. Wasser mitnehmen und Mittagshitze meiden.
  • Städtische Museen verbinden Archäologie, Mariano Benlliure, Karwoche und Teppiche; Öffnung prüfen.

Crevillent liegt landeinwärts von Santa Pola, mit El Fondo zwischen Bergen und Küste. Alicante liegt nordöstlich jenseits der Ebene.

Quellen und Prüfung

Geprüft im August 2026 mit Stadtseiten zur Sierra und ihrem Wassererbe, zur traditionellen Teppichindustrie und Museums- und Archäologieakten. Wege, Museen und Industrie ändern sich; aktuelle Angaben örtlich bestätigen.